Thema 4 : Projekte : Obstbäume

Obstbaumpflanzung

Die hochstämmigen Apfel- und Birnenbäume wurden in einer Bioland-Baumschule gezogen. Mit der Pflanzaktion war auch ein Obstbaumschnittkurs verbunden. Am 9. März haben die AnliegerInnen im Vereinshaus des Naturschutzbundes unter fachlicher Anleitung des Biologen Jürgen Birtsch Pflege und Schnitt von Obstbäumen kennengelernt. Nach dem Theoriekurs über Bedeutung von Obstbäumen in Garten und Landschaft ging es in die Praxis: das fachgerechte Einpflanzen eines Apfelbaumes.

AnliegerInnen der Robert-Nacke-Siedlung mit
Dipl. Biologen Jürgen Birtsch (Mitte)

Für die Kulturlandschaft haben Streuobstbäume eine hohe ökologische Bedeutung:
Früher wurde der Bedarf an Obst zu größten Teilen aus den Streuobstwiesen gedeckt. Jeder Bauernhof war von hochstämmigen Obstbäumen umgeben.

Heutzutage stellt der Hochstamm im Erwerbsobstbau nur noch eine geringe Rolle dar. Obst wird intensiv in Plantagen mit vielen kleinen kurzlebigen Niederstammbäumen angebaut. Ernte und Pflege soll mit geringem Arbeitseinsatz vollzogen werden können.

In der Übergangsphase dieser Entwicklung rodete man sehr viele dieser Bäume. In deren Hochphase wurden sogar solche Rodungen mit Prämien bedacht. Ein weiterer Punkt, der Streuobstwiesen bedroht, ist die verloren gegangene Kenntnis der Pflege solcher Anlagen. Viele Bäume vergreisen und brechen häufig in sich zusammen. Auch die ursprüngliche Doppelnutzung von Streuobstwiesen wird in der Landwirtschaft nicht mehr flächendeckend praktiziert: Nutzung des Obstes bei gleichzeitiger Beweidung der Wiesen. Dementsprechend sind diese traditionellen Obstwiesen stark im Rückgang begriffen.

Dabei gibt es viel zu verlieren. Neben der kulturhistorischen Bedeutung, die solche Wiesen mit zumeist alten Obstsorten haben, geht auch ein bedeutender Lebensraum für viele Tier- und Pflanzenarten verloren. Ein Charaktervogel für Wiesen mit Hochstämmen ist der Steinkauz. Er bewohnt die oft höhlenreichen Bäume. Aber außer diesem Paradebeispiel wurden etwa 5.000 Arten in diesem struktureichen Lebensraum nachgewiesen.

Die beteiligten AnliegerInnen schützen durch die Pflanzung alte Kultursorten und tragen so zum aktiven Naturschutz „vor ihrer Haustür“ bei. (Jürgen Birtsch, Dipl. Biologe)

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